Wie ich arbeite
Auf der vorherigen Seite habe ich von „Berufung“ gesprochen. Vor einigen Jahren entschloss ich mich, während einer Reise allein in Georgien, 3.000 km von Hamm entfernt, spontan zu einer geführten Tour. Was mir besonders in Erinnerung blieb, war eine Bemerkung des Tourguides: Er war überzeugt, seine Berufung, wenn auch spät, gefunden zu haben. Und er glaubte, dass jeder Mensch eine solche finden könne. Dieser Gedanke ist mir geblieben. Erst Jahre später habe ich verstanden, warum.
Für mich bedeutet Berufung keine bequeme Selbstverwirklichung. Sie ist vielmehr eine bewusste Entscheidung zur Verantwortungsübernahme, für sich selbst und als Teil einer Gesellschaft. Ich verstehe sie als Beitrag zu kollektiven Lernprozessen und zu gesellschaftlicher Entwicklung. Ich möchte auch diesen persönlichen Raum hier öffnen: als Einladung zum Gespräch.
Einladung
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Im Rahmen meines Masterstudiums der World Studies (M.A.) habe ich mich in meiner Abschlussarbeit mit einem Thema beschäftigt, das mich fachlich wie persönlich nachhaltig prägt: den blinden Flecken intersektionaler feministischer Diskurse im Hinblick auf rassifizierte Männlichkeiten sowie der Frage, wie Literatur als eigenständiger epistemischer Raum gesellschaftliche Machtverhältnisse sichtbar machen und irritieren kann.
Die Arbeit verbindet postkoloniale, feministische und erinnerungstheoretische Ansätze mit literaturwissenschaftlichen Analysen von Gayl Jones’ Corregidora. Im Mittelpunkt steht die Verschränkung von Geschlecht, Race, Macht und kulturellem Gedächtnis sowie die Frage, inwiefern literarische Gegen-Erzählungen hegemoniale Wissensordnungen herausfordern können.
Die hier veröffentlichte PDF stellt eine gekürzte Fassung dar und enthält Einleitung, methodologischen Zugang, Schlusskapitel sowie das Literaturverzeichnis der eingereichten Arbeit.